Wolfgang Eggert - Steuerberater - Wirtschaftsprüfer
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Aktuelles

Eisskulpturen als Kunstsammlung

Der BFH hat den ermäßigten Umsatzsteuersatz für das Eintrittsgeld zu einer Sammlung von Eisskulpturen akzeptiert (Az. V R 29/17).

Wichtiger als dieser sicher nicht alltägliche Fall, sind aber die allgemeinen Ausführungen im Urteil: Die Steuerermäßigung gilt auch für Kunstsammlungen, die eigens für eine Ausstellung zusammengestellt wurden. Und die Ausstellung muss nicht dauerhaft sein, was bei den Eisskulpturen ohne Zweifel so gewesen ist.

Ergebnisverteilung abweichend vom Eintritt in die Gesellschaft

Der BFH lässt bei vermögensverwaltenden Gesellschaften eine Ergebnisverteilung in der Form zu, dass es ohne Berücksichtigung bleibt, zu welchem Zeitpunkt ein Gesellschafter eingetreten ist (Az. IX R 35/17). So kann z. B. der gesamte (anteilige) Überschuss des Jahres einem erst im Laufe des Jahres eingetretenen Gesellschafter zugewiesen werden.

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein: Zustimmung aller Gesellschafter, Regelung vor Beginn des Kalenderjahres und kein Rechtsmissbrauch.

Frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr!

Allen Lesern dieser Nachrichten wünsche ich frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.

Die nächsten steuerlichen Themen erscheinen in zwei Wochen. Bis dahin ruht die Beschäftigung mit dem Steuer- und Bilanzrecht.

BMF folgt BFH bei unechter Realteilung mit Einzelwirtschaftsgütern

Das BMF hat sich kurz vor dem Jahreswechsel (Schreiben vom 19.12.2018) der BFH-Auffassung (IV R 11/15) zur unechten Realteilung mit Einzelwirtschaftsgütern angeschlossen. Der Realteilungserlass wurde vollständig neu gefasst.

Auch im BMF-Schreiben (vom 14.03.2006, jetzt in der Fassung vom 27.12.2018) zur ertragsteuerlichen Behandlung der Erbengemeinschaft und ihrer Auseinandersetzung wurden die Folgen gezogen (neues Beispiel 21a).

Im Realteilungserlass wurde - zumindest der Weg des BFH-Urteils IV R 8/12 - zudem die Möglichkeit einer Realteilung auf zwei Personengesellschaften von Seiten des BMF bestätigt. 

VoSt-Abzug: Rechnung ist nicht zwingend erforderlich

Der EuGH hat gegen die Auffassung der deutschen Finanzverwaltung (Abschn. 15.2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 UStAE) entschieden (Urteil v. 21.11.2018, C-664/16), nämlich dass zur Vornahme des VoSt-Abzugs eine Rechnung nicht zwingend ntowendig ist. Zwar sei ein Verstoß gegen die formellen Voraussetzungen (Art. 178 und 220 MwStSystRL) vorhanden, doch sei das Prinzip der Mehrwertsteuerneutralität gewichtiger. 

Der EuGH macht aber auch ganz deutlich, dass der Steuerpflichtige objektiv nachweisen muss, dass er die Voraussetzungen für den VoSt-Abzug erfüllt. Dieser Nachweis kann nach dem EuGH-Urteil auch ohne Rechnung erbracht werden. Denkbar sind z. B. Unterlagen des Lieferers oder Dienstleistungserbringers. Eine Schätzung durch ein Sachverständigengutachten, wie der Kläger im Urteilsfall meinte, ist jedoch ungeeignet.