Wolfgang Eggert - Steuerberater - Wirtschaftsprüfer
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Aktuelles

§ 23 EStG bei Verkauf des Inventar einer Ferienwohnung

Gehört der Gewinn, welcher aus dem Verkauf des Inventars einer Ferienwohnung erzielt wird, zum steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn, falls dieser mehr als ein Jahr nach dem Erwerb erfolgt?

Das Finanzgericht Münster ist sich ganz sicher, dass das nicht so ist (5 K 2493/18 E) und hat noch nicht einmal die Revision zum BFH zugelassen. Es sei bereits dem Gesetz zu entnehmen, dass zwar eine Verlängerung von einem Jahr auf zehn Jahre erfolgt, falls das Wirtschaftsgut der Einkünfteerzielung gedient hat. Das gilt aber nur für die Wirtschaftsgüter, die überhaupt steuerpflichtig im Rahmen des § 23 EStG sind. Gegenstände des täglichen Gebrauchs gehören dazu nicht.

Kein (steuerlicher) Vorabgewinn der Komplementär-GmbH für die Geschäftsführung

Der BFH akzeptiert steuerlich die Vereinbarung eines Vorabgewinns für eine Komplementär-GmbH nicht (IV R 11/18). Das gilt in den Fällen, wo der Vorabgewinn für die Geschäftsführung vereinbart und nicht an die Kommanditisten-Geschäftsführer "weitergereicht" wird. Der Vorabgewinn ist nach der Auffassung des BFH als als verdeckte Einlage umzuqualifizieren!

Damit besteht ein erheblicher Anpassungsbedarf für sehr viele Gesellschaftsverträge (Gewinnverteilung) - mindestens bei kleinen und mittelgroßen GmbH & Co. KG.

In einem Seminar GmbH & Co. KG wird u. a. diese Rechtsprechung analysiert. In einem Praxisbeispiel wird zudem aufgezeigt, wie statt dessen künftig agiert werden kann.

Umfang der Daten für den Betriebsprüfer bei EÜR

Ein mit Vorsicht zu lesendes Urteil hat der BFH zum Umfang der Daten veröffentlicht, die dem Betriebsprüfer im Fall der EÜR zu übergeben sind: 

Da eine ordnungsgemäße EÜR lediglich voraussetzt, dass die Höhe der Betriebseinnahmen und -ausgaben durch Belege nachgewiesen werden müssen, gibt es keine Aufbewahrungs- und deshalb keine Herausgepflicht der Belege in elektronischer Form; Papier genügt folglich.

Allerdings ist daran zu denken, dass nach § 22 UStG elektronische Aufzeichnungen über die vereinbarten Entgelte je Leistung nach Steuersätzen, die Entgelte für Bauleistungen nach § 13b UStG, die Bemessungsgrundlage für den Eigenverbrauch und die geltend gemachten VoSt-Beträge mit der Bezeichnung des Leistenden zu führen und folglich auch vorzulegen sind. Zudem ist das Anlagevermögen inkl. der GWG in einem Verzeichnis notwendig und auch der Wareneingang ist gesondert aufzuzeichnen.

Ein Berufen auf das Urteil, was bedeutet, bei einer EÜR nicht den kompletten Datensatz im GDPdU-Format zu übergeben, zieht also einen erheblichen manuellen Aufwand zur Verfügungstellung in reduzierter Form nach sich. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist (und die Mehrarbeit vergütet wird), muss mit dem Mandanten geklärt werden. Dass der Betriebsprüfer in einem solchen Fall nicht sonderlich erfreut ist, sollte zusätzlich beachtet werden.

Stromladekosten bei Selbständigen

Fährt ein Bezieher von Gewinneinkünften ein Elektro- oder Elektrohybridfahrzeug stellt sich die Frage, wie können die häuslichen Ladekosten für den Betriebsausgabenabzug ermittelt werden. Nach einer Verfügung des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern gibt es dazu folgende Möglichkeiten:

- Nachweis mittels Stromzähler

- Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten

- realitätsgerechte Schätzung

- Verwendung der lohnsteuerlichen Pauschalen

Letztere betragen, falls eine zusätzliche Lademöglichkeit in der Betriebsstätte vorhanden ist 20 € für Elekrofahrzeuge und 10 € (jeweils im Monat) bei Elektrohybridfahrzeugen. Gibt es keine Lademöglichkeit in der Betriebsstätte erhöhen sich die Werte auf 50 € bzw. 25 € je Monat.

Zu ergänzen ist noch, dass es auch - jedenfalls bei dem von mir bevorzugten bayerischen Hersteller - eine App gibt, welche das Aufladen übersichtlich nach Monaten in kWh anzeigt.

Erweiterte Kürzung GewSt: Ausweg bei PV-Anlagen

Für die erweiterte Kürzung - § 9 Nr. 1 Sätze 2 ff. GewStG - ist der Betrieb einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) schädlich. Es handelt sich um keine zulässige Tätigkeit.

Das Landesamt für Steuern in Niedersachsen hat nun einen praktikablen Ausweg aufgezeigt (Verfügung vom 15.05.2020, G 1425 - 50 - St 251): Während die erweiterte Kürzung auch bei einer Auslagerung des PV-Anlagenbetriebs auf Tochtergesellschaften als schädlich angesehen wird, akzeptiert die Finanzverwaltung einen Betrieb der PV-Anlage durch eine Schwestergesellschaft.